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Raspberry Pi 4 (8 GB) als Proxmox VE Test-Node

Diese Anleitung beschreibt die Installation von Debian 13 (Trixie) ARM64 mit verschlüsselter Root-Partition auf einem Raspberry Pi 4 mit 8 GB RAM.

Die Root-Partition wird mit LUKS2 verschlüsselt. Über Dropbear im Initramfs kann die Verschlüsselung beim Start per SSH entsperrt werden. Anschließend werden die angepassten Proxmox-Pakete des Community-Projekts PXVIRT installiert.

1. Voraussetzungen

  • Raspberry Pi 4 mit 8 GB RAM
  • USB-SSD mit mindestens 32 GB, empfohlen 64 GB oder mehr
  • Temporäre microSD-Karte mit mindestens 8 GB
  • Debian- oder anderer Linux-PC zur Vorbereitung
  • LAN-Verbindung zum Raspberry Pi
  • Monitor und Tastatur für die Ersteinrichtung
  • SSH-Client mit Ed25519-Unterstützung
  • Bekannte Netzwerkadresse und Gateway

Alle administrativen Befehle werden als root ausgeführt. Unter Linux erfolgt der Wechsel mit su -.

Aufbau des Datenträgers

Partition

Dateisystem

Verwendung

/dev/sda1

FAT32

/boot/firmware, unverschlüsselt

/dev/sda2

LUKS2

Verschlüsselter Root-Datenträger

/dev/mapper/cryptroot

ext4

Debian und Proxmox

Die Firmware benötigt eine unverschlüsselte Boot-Partition. Das Betriebssystem, Containerdaten und VM-Dateien auf der Root-Partition liegen innerhalb der LUKS-Verschlüsselung.

Diese Konfiguration schützt ruhende Daten, aber nicht vor Manipulationen an der unverschlüsselten Boot-Partition. Eine vollständige Boot-Integritäts- prüfung wird hier nicht eingerichtet.

2. Debian-Image herunterladen

Das Raspberry-Pi-Image ist unter folgender Adresse verfügbar:

Debian 13 ARM64 – Raspberry Pi

Auf dem Linux-PC die benötigten Werkzeuge installieren:

su -
apt update
apt install curl ca-certificates tar xz-utils coreutils

Arbeitsverzeichnis erstellen:

mkdir -p /root/raspi-pve
cd /root/raspi-pve

Image herunterladen:

curl -fL --retry 3 -O https://cloud.debian.org/images/cloud/trixie/daily/latest/debian-13-raspi-arm64-daily.tar.xz

Prüfsummen herunterladen:

curl -fL --retry 3 -O https://cloud.debian.org/images/cloud/trixie/daily/latest/SHA512SUMS

Prüfsumme kontrollieren:

sha512sum --ignore-missing -c SHA512SUMS

Die Prüfung muss erfolgreich sein. Bei unterschiedlichen oder fehlenden Prüfsummen nicht fortfahren.

Da das Downloadverzeichnis täglich aktualisiert wird, sollten Image und Prüfsummendatei vom selben Build stammen.

3. Temporäre microSD-Karte erstellen

Für die Einrichtung der verschlüsselten USB-SSD wird Debian zunächst von einer microSD-Karte gestartet.

microSD-Karte anschließen und Laufwerke anzeigen:

lsblk -o NAME,SIZE,MODEL,TYPE,MOUNTPOINTS

Im folgenden Beispiel ist /dev/sdb die microSD-Karte. Die tatsächliche Bezeichnung muss anhand der Ausgabe bestimmt werden.

Alle eingehängten Partitionen der Zielkarte vor dem Schreiben aushängen.

Datenträger nochmals kontrollieren:

lsblk /dev/sdb

Achtung: Der nächste Befehl löscht sämtliche vorhandenen Daten auf /dev/sdb.

Image direkt auf die Karte schreiben:

tar -xOf debian-13-raspi-arm64-daily.tar.xz disk.raw | dd of=/dev/sdb bs=4M status=progress conv=fsync

Sollte der Archivinhalt anders heißen, den Dateinamen vorher mit tar -tJf prüfen.

Schreibvorgang abschließen:

sync

Anschließend die microSD-Karte in den Raspberry Pi einsetzen und Debian starten.

Falls das Debian-Image nicht bootet, zuerst den Fehler untersuchen. Zu den Debian-13- Raspberry-Pi-Images existieren Berichte über Bootprobleme.

4. Debian auf der microSD vorbereiten

Nach dem Start lokal als root anmelden. Bei den Debian-Raspberry-Pi-Images kann die erste lokale Anmeldung ohne Passwort erfolgen.

Direkt ein root-Passwort setzen:

passwd

System aktualisieren:

apt update
apt full-upgrade

Benötigte Werkzeuge installieren:

apt install -y \
cryptsetup \
cryptsetup-initramfs \
parted \
dosfstools \
e2fsprogs \
rsync \
git \
curl \
openssh-server \
nano \
less

Systeminformationen kontrollieren:

dpkg --print-architecture
uname -r
ip -br address
ip route show default

Die Architektur muss arm64 sein. Für alle folgenden Schritte muss die Netzwerkverbindung funktionieren.

5. USB-SSD partitionieren

Jetzt die endgültige USB-SSD mit dem Raspberry Pi verbinden.

Alle Laufwerke anzeigen:

lsblk -o NAME,SIZE,MODEL,TYPE,MOUNTPOINTS

Das folgende Beispiel verwendet /dev/sda als Ziel-SSD. Die microSD mit dem laufenden Debian darf keinesfalls überschrieben werden.

Prüfen, dass /dev/sda die richtige SSD ist und keine ihrer Partitionen eingehängt ist:

lsblk /dev/sda

Achtung: Die nächsten Befehle löschen die Partitionstabelle und sämtliche Daten auf der gewählten SSD.

Partitionstabelle erstellen:

parted -s /dev/sda mklabel msdos

Boot-Partition mit 1 GiB erstellen:

parted -s /dev/sda mkpart primary fat32 1MiB 1025MiB

Root-Partition mit dem restlichen Platz erstellen:

parted -s /dev/sda mkpart primary 1025MiB 100%

Boot-Partition markieren:

parted -s /dev/sda set 1 boot on
partprobe /dev/sda

Partitionierung überprüfen:

lsblk /dev/sda

6. LUKS2-Verschlüsselung erstellen

Die Boot-Partition erhält FAT32:

mkfs.vfat -F32 -n PVEBOOT /dev/sda1

Die zweite Partition wird mit LUKS2 verschlüsselt:

cryptsetup luksFormat --type luks2 /dev/sda2

Den Löschvorgang bestätigen und eine lange, einzigartige Passphrase festlegen. Die Passphrase wird beim späteren SSH-Unlock benötigt.

Verschlüsselte Partition öffnen:

cryptsetup open /dev/sda2 cryptroot

Ext4-Dateisystem erstellen:

mkfs.ext4 -L pve-root /dev/mapper/cryptroot

Verschlüsselung prüfen:

cryptsetup status cryptroot
lsblk -f /dev/sda

LUKS2 verwendet den Passwortschutz zur Ableitung des Entschlüsselungsschlüssels. Die Passphrase wird nicht in einer Datei auf der Boot-Partition gespeichert.

7. Debian auf die verschlüsselte SSD übertragen

Die verschlüsselte Root-Partition einhängen:

mkdir -p /mnt/pve-root
mount /dev/mapper/cryptroot /mnt/pve-root

Das laufende Debian von der microSD auf die verschlüsselte Root-Partition kopieren:

rsync -aHAXx --numeric-ids \
--exclude='/dev/***' \
--exclude='/proc/***' \
--exclude='/sys/***' \
--exclude='/run/***' \
--exclude='/tmp/***' \
--exclude='/mnt/***' \
--exclude='/media/***' \
/ /mnt/pve-root/

Dadurch wird das installierte Debian mit Dateirechten, Eigentümern und erweiterten Attributen auf die SSD übertragen. Temporäre Dateisysteme werden ausgelassen.

Benötigte Verzeichnisse erstellen:

mkdir -p /mnt/pve-root/{dev,proc,sys,run,tmp,mnt,media,boot/firmware}
chmod 1777 /mnt/pve-root/tmp

Boot-Partition einhängen:

mount /dev/sda1 /mnt/pve-root/boot/firmware

Firmware und Bootdateien kopieren:

rsync -aH /boot/firmware/ /mnt/pve-root/boot/firmware/

8. Root-Dateisystem konfigurieren

Die UUID der LUKS-Partition ermitteln:

cryptsetup luksUUID /dev/sda2

UUID der Boot-Partition anzeigen:

blkid /dev/sda1

Diese beiden UUIDs werden für die Systemkonfiguration benötigt.

Crypttab der SSD bearbeiten:

nano /mnt/pve-root/etc/crypttab

Folgenden Eintrag hinzufügen:

cryptroot UUID=HIER-LUKS-UUID-EINTRAGEN none luks,initramfs

Den Platzhalter durch die tatsächliche UUID aus cryptsetup luksUUID ersetzen.

Fstab bearbeiten:

nano /mnt/pve-root/etc/fstab

Die alten Einträge für / und /boot/firmware ersetzen:

/dev/mapper/cryptroot / ext4 defaults,noatime 0 1
UUID=BOOT-UUID /boot/firmware vfat defaults,umask=0077 0 2

BOOT-UUID durch die UUID aus blkid /dev/sda1 ersetzen.

Andere alte Root- oder Boot-Einträge dürfen nicht parallel aktiv bleiben.

9. Chroot-Umgebung betreten

Damit Pakete und Initramfs für das neue System vorbereitet werden können, werden die benötigten Systemverzeichnisse eingebunden.

mount --rbind /dev /mnt/pve-root/dev
mount --make-rslave /mnt/pve-root/dev

mount --rbind /proc /mnt/pve-root/proc
mount --make-rslave /mnt/pve-root/proc

mount --rbind /sys /mnt/pve-root/sys
mount --make-rslave /mnt/pve-root/sys

mount --rbind /run /mnt/pve-root/run
mount --make-rslave /mnt/pve-root/run

In das neue System wechseln:

chroot /mnt/pve-root /bin/bash

Die folgenden Befehle werden nun innerhalb der verschlüsselten Debian-Installation ausgeführt.

Benötigte Initramfs-Pakete installieren:

apt update
apt install -y cryptsetup-initramfs dropbear-initramfs initramfs-tools busybox

10. Raspberry-Pi-Boot konfigurieren

Debian verwendet auf dem Raspberry Pi das Paket raspi-firmware zur Erstellung der Bootdateien.

Konfiguration öffnen:

nano /etc/default/raspi-firmware

Die Variable ROOTPART ergänzen beziehungsweise aktivieren:

ROOTPART="/dev/mapper/cryptroot"

Die Option INITRAMFS muss auf auto stehen beziehungsweise darf nicht deaktiviert sein:

INITRAMFS="auto"

In der Initramfs-Konfiguration sollten die erforderlichen Treiber für USB und die Root-Partition enthalten sein.

Datei bearbeiten:

nano /etc/initramfs-tools/initramfs.conf

Folgenden Wert setzen:

MODULES=most

Die USB-SSD muss bereits im Initramfs erkannt werden. Deshalb dürfen benötigte USB- und Storage-Treiber nicht fehlen.

11. Initramfs-Netzwerk einrichten

Dropbear benötigt bereits vor dem Mounten der Root-Partition eine Netzwerkverbindung.

Beispielkonfiguration:

Interface

eth0

IP-Adresse

10.100.0.2

Netzmaske

255.255.0.0

Gateway

10.100.0.1

Hostname

pve-pi4

Die Beispielwerte müssen an das eigene Netzwerk angepasst werden. eth0 ist der kabelgebundene Netzwerkanschluss des Raspberry Pi in dieser Konfiguration.

Netzwerkinformationen anzeigen:

ip -br address
ip route show default

Initramfs-Konfiguration öffnen:

nano /etc/initramfs-tools/initramfs.conf

Folgende Werte eintragen:

DEVICE=eth0
IP=10.100.0.2::10.100.0.1:255.255.0.0:pve-pi4:eth0:none

Die statische IP-Adresse zusätzlich dauerhaft über die Raspberry-Pi-Kernelparameter setzen.

Datei öffnen oder erstellen:

nano /etc/default/raspi-extra-cmdline

Inhalt:

ip=10.100.0.2::10.100.0.1:255.255.0.0:pve-pi4:eth0:none

Der gesamte Kernelparameter muss in einer einzigen Zeile stehen.

Die Initramfs-IP wird später unabhängig von der regulären Netzwerkkonfiguration des Proxmox-Systems verwendet.

12. SSH-Schlüssel für Dropbear erstellen

Auf dem Linux-Client, von dem die SSD später entsperrt werden soll, einen separaten SSH-Schlüssel erzeugen:

ssh-keygen -t ed25519 -a 100 \
-f ~/.ssh/id_initramfs_unlock_pi4 \
-C "Pi4 LUKS Unlock"

Für den privaten Schlüssel sollte eine eigene Passphrase verwendet werden.

Öffentlichen Schlüssel anzeigen:

cat ~/.ssh/id_initramfs_unlock_pi4.pub

Der private Schlüssel bleibt ausschließlich auf dem Client. Nur der öffentliche Schlüssel wird in Dropbear hinterlegt.

13. Dropbear absichern

Auf dem Raspberry Pi, weiterhin in der Chroot-Umgebung, das Schlüsselverzeichnis vorbereiten:

install -d -m 0700 /etc/dropbear/initramfs

Authorized-Keys-Datei bearbeiten:

nano /etc/dropbear/initramfs/authorized_keys

Folgenden Aufbau verwenden und SSH-PUBLIC-KEY durch den vollständigen öffentlichen Ed25519-Schlüssel ersetzen:

no-port-forwarding,no-agent-forwarding,no-X11-forwarding,command="/bin/cryptroot-unlock" ssh-ed25519 SSH-PUBLIC-KEY

Die gesamte Zeile muss ohne Zeilenumbruch in der Datei stehen.

Durch den festgelegten Befehl kann der SSH-Schlüssel nur die Entsperrfunktion starten. Er soll keine beliebige Root-Shell im Initramfs eröffnen.

Dateirechte setzen:

chmod 0600 /etc/dropbear/initramfs/authorized_keys

Dropbear-Konfiguration bearbeiten:

nano /etc/dropbear/initramfs/dropbear.conf

Folgenden Eintrag setzen:

DROPBEAR_OPTIONS="-p 2222 -s -j -k -I 120"

Der SSH-Dienst verwendet Port 2222. Passwortanmeldung und SSH-Portweiterleitungen sind deaktiviert.

Für Dropbear sollten eigene SSH-Hostkeys verwendet werden. Diese werden normalerweise bei der Paketinstallation erzeugt.

Vorhandenen Ed25519-Hostkey prüfen:

ls -l /etc/dropbear/initramfs/dropbear_ed25519_host_key

Falls dieser fehlt, erzeugen:

dropbearkey -t ed25519 -f /etc/dropbear/initramfs/dropbear_ed25519_host_key

Den Fingerprint für den späteren Vergleich mit dem SSH-Client anzeigen und sicher notieren:

dropbearkey -y -f /etc/dropbear/initramfs/dropbear_ed25519_host_key

14. Initramfs erzeugen und überprüfen

Nach Abschluss der Konfiguration das Initramfs neu erstellen:

update-initramfs -u -k all

Anschließend die erzeugten Bootdateien kontrollieren:

ls -lh /boot/initrd.img-*
ls -lh /boot/firmware/

Die gewünschte Initramfs-Datei auswählen, beispielsweise anhand des installierten Kernel-Namens:

ls /lib/modules

Beispiel für die Inhaltsprüfung mit dem tatsächlich vorhandenen Kernel-Namen:

lsinitramfs /boot/initrd.img-KERNELVERSION

Im Archiv müssen unter anderem Dropbear, die Schlüsselkonfiguration und cryptroot-unlock enthalten sein.

Die Raspberry-Pi-Bootkonfiguration prüfen:

cat /boot/firmware/config.txt
cat /boot/firmware/cmdline.txt

config.txt muss den Kernel und das Initramfs laden. cmdline.txt muss die verschlüsselte Root-Partition über root=/dev/mapper/cryptroot referenzieren.

Außerdem muss die konfigurierte statische Netzwerkadresse als ip-Parameter enthalten sein.

Falls die generierten Dateien nicht stimmen, die Konfiguration korrigieren und update-initramfs erneut ausführen. cmdline.txt wird vom Firmwarepaket bei Updates neu erstellt, weshalb dauerhafte Parameter in den dafür vorgesehenen Quelldateien hinterlegt werden.

15. Verschlüsselte Installation starten

Chroot-Umgebung verlassen:

exit

Alle eingebundenen Dateisysteme aushängen:

umount -R /mnt/pve-root

LUKS-Partition schließen:

cryptsetup close cryptroot

Schreibvorgänge abschließen:

sync

Raspberry Pi herunterfahren:

poweroff

Die temporäre microSD-Karte entfernen. Die USB-SSD bleibt am Raspberry Pi angeschlossen.

Für das Booten über USB muss die Firmware des Raspberry Pi 4 USB-Boot unterstützen und entsprechend konfiguriert sein.

Raspberry Pi einschalten. Der Bootvorgang wartet nun auf das Entsperren der LUKS-Root-Partition.

16. Verschlüsselung über SSH entsperren

Sobald Dropbear gestartet ist, sollte der Raspberry Pi unter seiner Initramfs-IP-Adresse über Port 2222 erreichbar sein.

Vom Linux-Client aus verbinden:

ssh -t \
-p 2222 \
-i ~/.ssh/id_initramfs_unlock_pi4 \
root@10.100.0.2

Beim ersten Kontakt den angezeigten SSH-Hostkey-Fingerprint mit dem zuvor notierten Fingerprint vergleichen. Einen unbekannten oder falschen Hostkey nicht bestätigen.

Nach der Anmeldung startet automatisch cryptroot-unlock.

Die LUKS-Passphrase eingeben. Bei erfolgreicher Entsperrung wird der normale Debian-Bootvorgang fortgesetzt.

17. Komfortablen SSH-Zugriff konfigurieren

Auf dem Linux-Client die SSH-Konfiguration öffnen:

nano ~/.ssh/config

Folgenden Host ergänzen:

Host pve-pi4-unlock
    HostName 10.100.0.2
    User root
    Port 2222
    IdentityFile ~/.ssh/id_initramfs_unlock_pi4
    IdentitiesOnly yes
    RequestTTY force
    StrictHostKeyChecking yes
    UserKnownHostsFile ~/.ssh/known_hosts_initramfs

Die separate Known-Hosts-Datei verhindert Verwechslungen zwischen dem Initramfs-SSH- Server und dem normalen SSH-Dienst von Debian.

SSH-Konfiguration absichern:

chmod 600 ~/.ssh/config
chmod 600 ~/.ssh/id_initramfs_unlock_pi4

Den Hostkey einmal kontrolliert mit dem zuvor notierten Fingerprint bestätigen.

Anschließend genügt beim nächsten Boot:

ssh pve-pi4-unlock

Nun die LUKS-Passphrase eingeben. Danach fährt Debian regulär hoch.

18. Debian nach der Entsperrung prüfen

Am Raspberry Pi lokal als root anmelden.

Prüfen, ob Root verschlüsselt ist:

findmnt /
cryptsetup status cryptroot
lsblk -f

findmnt sollte /dev/mapper/cryptroot als Root-Dateisystem anzeigen.

Netzwerkkonfiguration prüfen:

ip -br address
ip route show default

Vor der Installation von Proxmox einen vollständigen Neustart einschließlich SSH-Entsperrung erfolgreich durchführen.

19. Proxmox-Pakete installieren

Die folgenden Schritte verwenden das Community-Projekt Pimox ARM64 RPI Control.

Pimox ARM64 RPI Control

Das Projekt installiert angepasste Proxmox-Pakete aus dem PXVIRT-Repository.

Wichtig: Der vollständige Installer build.sh darf hier nicht unverändert ausgeführt werden.

Er enthält einen Schritt zur automatischen Vergrößerung der Root-Partition, der nicht für diese LUKS-Installation vorgesehen ist.

Git-Repository herunterladen:

cd /root
git clone https://github.com/topa-LE/pve-arm64-rpi-control.git
cd pve-arm64-rpi-control

Verwendeten Commit dokumentieren:

git rev-parse HEAD

Die gewünschten Skripte vor der Ausführung kontrollieren:

less scripts/06_add_proxmox_repo.sh
less scripts/07_install_proxmox_ve.sh

Insbesondere den externen APT-Signaturschlüssel und die Paketquelle prüfen. Falls der Schlüssel nicht unabhängig verifiziert werden kann, die Paketquelle nicht als vertrauenswürdig einrichten.

Nach entsprechender Prüfung kann das PXVIRT-Repository eingerichtet werden:

bash scripts/06_add_proxmox_repo.sh

Verfügbare Pakete prüfen:

apt update
apt-cache policy proxmox-ve

Vor der Installation die geplanten Paketänderungen simulieren:

apt-get -s install proxmox-ve

Dabei darauf achten, dass weder cryptsetup-initramfs noch dropbear-initramfs, raspi-firmware oder der funktionierende Debian-Bootkernel entfernt werden.

Wenn die Paketauflösung kompatibel ist:

apt install proxmox-ve

Nach der Installation kontrollieren:

pveversion -v
uname -r

Der Raspberry-Pi-kompatible Kernel muss weiterhin für den Bootvorgang verwendet werden können.

20. Netzwerk-Bridge für Proxmox einrichten

Proxmox verwendet üblicherweise eine Linux-Bridge namens vmbr0.

Diese wird erst nach erfolgreicher LUKS-Entsperrung verwendet. Dropbear benötigt im Initramfs weiterhin die physische Schnittstelle eth0.

Die folgenden Änderungen lokal mit Monitor und Tastatur durchführen.

Benötigtes Paket installieren:

apt install ifupdown2

Vorher die bestehende Netzwerkkonfiguration sichern und ermitteln, welcher Dienst aktuell eth0 verwaltet.

Für eine reine ifupdown2-Konfiguration kann /etc/network/interfaces beispielsweise folgendermaßen aussehen:

auto lo
iface lo inet loopback

iface eth0 inet manual

auto vmbr0
iface vmbr0 inet static
    address 10.100.0.2/16
    gateway 10.100.0.1
    bridge-ports eth0
    bridge-stp off
    bridge-fd 0

Die Werte müssen zum eigenen Netzwerk passen. Die Konfiguration gehört in:

/etc/network/interfaces

Konkurrierende Netzwerkmanager dürfen eth0 nicht gleichzeitig konfigurieren. Den Wechsel deshalb erst nach Prüfung des vorhandenen Netzwerkdienstes durchführen.

Die Initramfs-Konfiguration bleibt unverändert auf eth0. Nach dem Unlock übernimmt das normale Betriebssystem mit vmbr0.

21. Initramfs nach Änderungen aktualisieren

Nach Kernel-, Cryptsetup- oder Dropbear-Updates sollte die Bootkonfiguration erneut kontrolliert werden.

Initramfs regenerieren:

update-initramfs -u -k all

Bootdateien prüfen:

cat /boot/firmware/config.txt
cat /boot/firmware/cmdline.txt

Die Root-Referenz, Initramfs-Einträge und statische IP-Konfiguration müssen erhalten bleiben.

Vor einem unbeaufsichtigten Betrieb mindestens einen vollständigen Neustart einschließlich erfolgreicher SSH-Entsperrung durchführen.

22. Proxmox-Weboberfläche

Nach erfolgreichem Debian-Start und funktionierender Proxmox-Installation kann die Weboberfläche geöffnet werden:

https://10.100.0.2:8006

Anmeldedaten:

  • Benutzer: root
  • Passwort: root-Passwort des Debian-Systems
  • Realm: Linux PAM

Beim ersten Aufruf kann der Browser vor einem selbstsignierten TLS-Zertifikat warnen. Den Zertifikatsfingerprint vor der Freigabe überprüfen.

23. LUKS-Header sichern

Der LUKS-Header enthält wichtige Informationen für die Entschlüsselung. Bei einer Beschädigung können sämtliche Daten verloren gehen.

Zur Sicherung die LUKS-Partition identifizieren:

lsblk -f

Anschließend den Header auf einem geeigneten externen Backup-Datenträger sichern. Beispiel:

cryptsetup luksHeaderBackup /dev/sda2 \
--header-backup-file /PFAD/ZUM/SICHEREN-BACKUP/pi4-luks-header.img

Der Zielpfad muss auf einen tatsächlich eingehängten, geschützten Backup-Datenträger zeigen. Nicht auf der verschlüsselten SSD selbst speichern.

Den Header zusammen mit der Passphrase beziehungsweise einem geeigneten Wiederherstellungsschlüssel sicher aufbewahren. Header-Backups können Offline-Angriffe auf Passphrasen ermöglichen.

24. Sicherheits- und Betriebshinweise

  • Initramfs-Dropbear nur im vertrauenswürdigen LAN oder Verwaltungs-VLAN erreichbar machen.
  • Kein Portforwarding auf Port 2222 ins Internet einrichten.
  • SSH-Private-Key nicht auf den Raspberry Pi übertragen.
  • LUKS-Passphrase nicht in Skripten oder SSH-Konfigurationsdateien speichern.
  • Den unverschlüsselten Bootbereich gegen Manipulation schützen.
  • Die temporäre microSD enthält eine unverschlüsselte Debian-Kopie und muss sicher verwahrt oder ausgemustert werden.
  • Für VM-Datenträger ausschließlich verschlüsselten Speicher verwenden.
  • Keinen unverschlüsselten Swap außerhalb von LUKS verwenden.
  • Kernel- und Initramfs-Updates vor dem produktiven Einsatz durch einen Neustart testen.
  • Recovery-Zugriff über Monitor und Tastatur ermöglichen.

25. Dokumentation

Stand: Oktober 2026. Installationskonzept für einen Raspberry Pi 4 mit Debian 13, LUKS2 und Dropbear. Die gesamte Kombination einschließlich Community-Proxmox wurde nicht auf der Zielhardware getestet.